Ursel Kessler

wenn raum licht wird

12.09 – 09.11.2014

Imaginäre Raumanordnungen und die geometrischen Formen moderner Architektur, Zeugnisse urbanen Lebens bei gleichzeitiger Abwesenheit alles Lebendigen: Dies sind die bestimmenden Motive in der Malerei von Ursel Kessler. 

Inspiriert durch fotografische Vorlagen, die sie überwiegend den digitalen Medien entnimmt, verfremdet Ursel Kessler Motive unserer bebauten Umgebung durch gewagte Perspektiven, außergewöhnliche Bildausschnitte und reduzierte Formen. In ihren neueren Arbeiten befreit die Künstlerin sich mehr und mehr von realen Vorbildern. Gegenständliche Details lösen sich in abstrakte, teils organisch anmutende Formen auf. Subtil nuancierte Grau- und Brauntöne, sparsam oder akzentuiert mit Farben durchwirkt, entfalten durch ihre faszinierende Tiefe eine atmosphärische Wirkung und verwandeln den architektonischen Raum in einen Lichtraum. 

Überraschend leicht in ihrem gestischen, spontanen Duktus zeigen sich Ursel Kesslers jüngste Arbeiten, die malerischen Wasserspiegelungen und Landschaftsdarstellungen des französischen Impressionisten Gustave Caillebotte nachempfunden sind. Doch die Illusion wird gestört. Geometrische Flächenformen, die sich vor dem durchlichteten Hintergrund wie rätselhafte Fremdkörper ausnehmen, rhythmisieren und strukturieren die Komposition. So ist Ursel Kesslers Malerei immer eine Gratwanderung. Sie spielt und experimentiert mit Kontrasten und führt gegenständliche und abstrakte, konstruktive und malerische Elemente spannungsreich zusammen.

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