Worte und Zeichen im Fluss

30. September 2022 – 22. Januar 2023

Im April 2022 verstarb der Künstler Seiji Kimoto. 1937 im japanischen Osaka geboren, lebte der Bildhauer und Kalligraf seit über 50 Jahren in Neunkirchen-Wiebelskirchen und hinterließ ein beeindruckendes Werk von außergewöhnlicher emotionaler Intensität.

Anknüpfend an die große Retrospektive von 2017/18, bei der Kimotos plastisches Werk im Mittelpunkt stand, zeigt die Städtische Galerie Neunkirchen ihm zu Ehren nun eine Ausstellung seiner Tuschezeichnungen, Kalligrafien und Leinwandarbeiten der letzten fünf Jahre. Das Werk von Seiji Kimoto ist geprägt von einem leidenschaftlichen Engagement für Toleranz und Verständigung. Der Mensch im Spannungsfeld zwischen Macht und Ohnmacht stand im Zentrum seines Schaffens. Insbesondere mit seinen Werken im öffentlichen Raum – Mahnmale als Zeichen gegen Gewalt, Krieg und Unterdrückung – erregte er große Aufmerksamkeit und hat sich einen Namen weit über die Region gemacht.

Bislang noch weniger bekannt ist das eindrucksvolle kalligrafische und zeichnerische Werk, das Kimoto hinterlassen hat und das die Neunkircher Ausstellung nun in den Fokus rückt. Die Arbeiten auf Papier waren der zweite, wichtige Bereich seines künstlerischen Schaffens und standen mit der Plastik stets in enger Beziehung. Kimotos unverwechselbare, aus traditionell japanischen und westlichen Einflüssen gespeiste Bildsprache und ihre besondere Symbolik entwickelte der Künstler beispielhaft in den Zeichnungen und Tuschebildern.

Eine große Auswahl dieser Arbeiten, die in den letzten Lebensjahren des Künstlers entstanden sind, wird in der Städtischen Galerie Neunkirchen zu sehen sein. Ebenso Arbeiten auf Papier und Kalligrafien, bei denen bisweilen auch eine überraschende humoristische Seite des Künstlers zutage tritt. Darüber hinaus stellen Entwürfe, Skizzen und Modelle einer Großplastik, die Seiji Kimoto erst jüngst für die Neunkircher Bliesterrassen entworfen hatte, dieses bei seinem Tod noch unvollendete Werk erstmals der Öffentlichkeit vor.

Seiji Kimoto, geb. 1937 in Osaka/Japan. 1956-61 Studium der Innenarchitektur und Zen-Malerei in Osaka. 1961-67 Tätigkeit als freischaffender Innenarchitekt. 1967 Besuch des Goethe-Instituts Staufen/Freiburg. 1968-71 Studium an der Staatl. Werkkunstschule Saarbrücken bei Prof. Boris Kleint. 1968 Mitbegründer der Gruppe 7. Seit 1971 als freischaffender Bildender Künstler tätig. 1971 Gründungsmitglied BBK Saarland. 1985 Gründungsmitglied Saarländisches Künstlerhaus. 1999 Nominierung zum Robert Schuman Kunstpreis. 2022 in Neunkirchen-Wiebelskirchen verstorben.


Die Ausstellung ist ein Kooperationsprojekt mit dem Landtag des Saarlandes, wo ab dem 24. Januar 2023 ausgewählte Arbeiten aus Seiji Kimotos Skulpturenzyklus „Macht und Ohnmacht“ zu sehen sind.

Mit freundlicher Unterstützung durch
 

ERÖFFNUNG | FREITAG, 30. SEPTEMBER 2022, 19 UHR

Es sprechen:
Markus Müller, Geschäftsführer der Neunkircher Kulturgesellschaft gGmbH
Heike Becker, Präsidentin des Landtages des Saarlandes
Lisa Hensler, Bürgermeisterin der Kreisstadt Neunkirchen
Nicole Nix-Hauck, Leiterin der Städtischen Galerie Neunkirchen

Die musikalische Gestaltung übernehmen die beiden Neunkircher Künstler Martin Weinert & Daniel Weber. Ihre eigens für die Vernissage entstandene Komposition MO MEN TUM enthält neben vorgegebenen musikalischen Strukturen auch offene Passagen, in denen die Klänge im Augenblick entstehen, inspiriert von der Kunst Seiji Kimotos und ihrer Wirkung auf ihre Betrachter und Betrachterinnen.

ÖFFENTLICHE FÜHRUNGEN

Sonntag, 30. Oktober und 27. November 2022 sowie 22. Januar 2023 | jeweils 15 Uhr
Donnerstag, 10. November und 15. Dezember 2022 | jeweils 17 Uhr

FINISSAGE | SONNTAG, 22. JANUAR 2023

Es sprechen:
Oberbürgermeister Jörg Aumann
Landrat Sören Meng

News

AUSSTELLUNGSPAUSE IN DER STÄDTISCHEN GALERIE NEUNKIRCHEN BIS SEPTEMBER 2022

Wir freuen uns, Sie ab dem 30. September 2022 in der Ausstellung „KIMOTO – Worte und Zeichen im Fluss“ willkommen zu heißen. 
Eröffnung: Freitag, 30. September 2022, 19.00 Uhr 

Informationen zur Ausstellung finden Sie hier

Corona-Info

Für den Besuch der Städtischen Galerie Neunkirchen ist kein Impf- oder Testnachweis mehr erforderlich. Zum Schutz aller Anwesenden bitten wir jedoch darum, beim Besuch der Galerie weiterhin eine medizinische oder FFP2-Maske zu tragen und den Mindestabstand von 1,5 m einzuhalten. Bei Anzeichen einer Erkrankung mit Erkältungssymptomen bitten wir, die Galerie nicht zu besuchen.

Wir verwenden Cookies, um die Zugriffe auf unsere Website zu analysieren. Lesen Sie mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.