Leo Erb

Ein Leben für die Linie

16.05 – 13.07.2003

Der 1923 in St. Ingbert geborene und 2012 in Kaiserslautern verstorbene Künstler Leo Erb hat in rund fünf Jahrzehnten ein unverwechselbares Werk geschaffen, das seine singuläre Stellung im Bereich der gegenstandsfreien Kunst begründete. Mit großer Beharrlichkeit und letztlich unbeirrt von wechselnden Kunstströmungen hielt er über all die Zeit an einem persönlichen Bildprogramm fest, das rigoroser kaum sein könnte: Mit der Beschränkung auf die Linie und die Farbe Weiß reduziert, konzentrierte Leo Erb seine bildnerischen Mittel auf das Elementarste. 

Seit den 1960er Jahren entstehen Linienbilder, Reliefs, Plastiken und kinetische Objekte, in denen Erb die unterschiedlichsten Erscheinungsformen der Linie thematisiert und die ganze Fülle ihrer Gestaltungsmöglichkeiten durchspielt. Dabei setzt er alle erdenklichen Materialien ein: gerissenes, gefaltetes und geformtes Papier, Holzlatten, Konfetti, Schaumstoff, ausgeblasene Hühnereier oder Watte. So vielfältig wie seine Werkstoffe sind die Techniken, mit denen er kontinuierlich das Thema variiert, dem er sein gesamtes Schaffen gewidmet hat. Zur Linie fand Leo Erb durch die Beschäftigung mit der Schrift. In Kaiserslautern studierte er Schriftgrafik, danach an der Saarbrücker Schule für Kunst und Handwerk Bauhauslehre bei Prof. Boris Kleint. Er war Mitbegründer der „Neuen Gruppe Saar“ (1957) und stand in Verbindung mit der Düsseldorfer ZERO-Bewegung. 1977 war Erb Teilnehmer der sechsten Kasseler documenta, 1988 wurde ihm der Albert-Weisgerber-Preis der Stadt St. Ingbert verliehen, 1993 der Professorentitel.

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