Claude Wall

Die Anderen und Ich

15.02 – 13.04.2008

Claude Wall arbeitet mit der Kunst anderer. Originalwerke aus früheren Epochen, Bilder alter Meister, aber auch so genannter Sonntagsmaler, integriert er in die eigene Arbeit. Der Künstler bezeichnet sich selbst als „Jäger und Sammler“. In Galerien und auf Kunstauktionen ersteht er Bilder und Skulpturen aus dem 16. bis 20. Jahrhundert, die er seiner Arbeit einverleibt. Die Auseinandersetzung mit fremden Kunstwerken ist in der zeitgenössischen Kunst nichts Unübliches, sie erfolgt allerdings zumeist in Form einer geistigen Aneignung. Die materielle Vereinnahmung von Originalen bis hin zu ihrer Übermalung dagegen erscheint als Tabubruch, den nur wenige Künstler wagen. Für Claude Wall ist er Teil seiner künstlerischen Konzeption. Traditionelle Landschafts-, Porträt- oder Stillebenmalerei kombiniert er mit eigenen Bildtafeln zu neuen Ensembles oder stellt sie als „Bild im Bild“ in einen neuen, überraschenden Bedeutungszusammenhang. Bisweilen wird das Ursprungsbild gnadenlos übermalt. Dieser technisch nicht mehr zurückzunehmende Eingriff verkörpert die denkbar radikalste Form künstlerischer Aneignung. „Undercover“ nennt Claude Wall diese Werkgruppe, womit schon angedeutet ist, mit welch unterschwelliger Macht sich die übermalten „Opfer“ dennoch gegenüber dem „Täter“ behaupten.

Publikation erhältlich:

News

Vor dem Hintergrund des aktuellen Infektionsgeschehens und den damit verbundenen Einschränkungen ist die Städtische Galerie Neunkirchen ab dem 02. November 2020 vorerst geschlossen.

Wir verwenden Cookies, um die Zugriffe auf unsere Website zu analysieren. Lesen Sie mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.