OPEN SPACES

OPEN SPACES

Landschaften

12. Dezember 2015 - 3. April 2016

Katalog

Arbeiten von Jochen Hein, Mane Hellenthal, Helge Hommes, Szilard Huszank, Stephan Kaluza, Anja Klafki, Georg Küttinger, Lukas Marxt, Fernand Roda und Thomas Wrede.
Text Peter Lodermeyer, Vorwort Nicole Nix-Hauck.
Neunkirchen 2016, 96 S., 37 Abb.
ISBN 978-3-941715-15-8 (15,- €)
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Romantik adé: Waren Landschaftsdarstellungen über Jahrhunderte hinweg Ausdruck der Sehnsucht nach unberührter Natur, erlebt das Thema in der Gegenwartskunst gerade einen bemerkenswerten Wandel. 10 Künstlerinnen und Künstler aus Deutschland, Österreich, Luxemburg und Ungarn präsentieren in der Ausstellung „OPEN SPACES“ ihre individuelle Sicht auf das hochaktuelle Thema „Landschaft“ fernab der Idylle. Nicht allein die reale Natur ist die Inspirationsquelle für diese Landschaftsräume, sondern die eigene Wahrnehmung und das Spiel mit ihr. Mit dieser Sonderpräsentation feiert die Städtische Galerie Neunkirchen ab dem 12. Dezember 2015 die Eröffnung ihrer neuen Räume im "KULT. Kulturzentrum Neunkirchen".

Die vielfältigen künstlerischen Beiträge aus Malerei, Fotografie, Grafik und Medienkunst nähern sich dem traditionellen Landschaftsthema aus ungewöhnlichen Blickwinkeln und eröffnen neue Räume für Interpretationen. So verführt der Hamburger Maler Jochen Hein mit der perfekten Illusion spiegelglatter oder windgepeitschter Meeresoberflächen. Was aus der Ferne täuschend echt erscheint, entpuppt sich aus der Nähe als grandiose, fast informelle Malerei. Mit Hilfe von Miniaturmodellen gelingt es Thomas Wrede, Professor für Fotografie in Essen, unser Auge zu täuschen. Kleine Landschaftsausschnitte nehmen in seinen Arbeiten monumentale Gestalt an. Hunderte von Einzelbildern setzt der Münchner Fotokünstler Georg Küttinger digital zu meterlangen, grafisch strukturierten Landschaften zusammen. Dagegen arbeitet die Stuttgarterin Anja Klafki in ihren Radierungen gezielt mit der Phantasie des Betrachters. Abstrakte Flächen und Linien formen sich erst durch die sukzessive Betrachtung zu sanften Hügeln, Feldern und Wiesen.

Auch Fernand Roda, ehemaliger Beuys-Schüler aus Luxemburg, spielt mit dem Kontrast von abstrakten und naturalistischen Elementen, aus denen er rätselhafte, farbig leuchtende Landschaften kreiert. Geheimnisvoll präsentieren sich auch die atmosphärischen Landschaften des ungarischen Malers Szilard Huszank, die in ihrer aufgelösten Malweise und lichtintensiven Farbigkeit an impressionistische Gemälde erinnern. Mane Hellenthal taucht ihre imposanten Bergmassive in Farben, die von emotionaler Bedeutung für die saarländische Künstlerin sind. Das neun Meter lange Küstenpanorama „Omaha Beach“ des Düsseldorfer Fotografen Stephan Kaluza verbirgt eine zweite, nicht sichtbare Bedeutungsebene. Dort wo heute Kinder im Sand spielen, starben 1944 tausende Soldaten. In seinen eindrucksvollen Baumporträts inszeniert der in Leipzig lebende Maler Helge Hommes den Baum als Gegenüber des Menschen und Symbol einer gefährdeten Natur. Auch der österreichische Videokünstler Lukas Marxt hinterfragt unser Verhältnis zur Natur. Gefilmt in Spitzbergen, veranschaulicht seine Installation „Reign of Silence“ vor dem Hintergrund eines gewaltigen Eisbergmassivs einen flüchtigen Eingriff des Menschen in die unberührte Natur.